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Ratgeber für Angehörige

Wenn Mutter oder Vater allein zu Hause lebt

„Schafft er das noch allein?" – Wenn Sie sich diese Frage stellen, sind Sie nicht allein. Hier erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass Unterstützung nötig wird, wie Sie das Thema ansprechen und welche Hilfen es gibt, damit Ihre Eltern sicher zu Hause bleiben können.

Woran erkenne ich, dass Hilfe nötig wird?

Der Übergang ist meist schleichend. Viele ältere Menschen spielen Schwierigkeiten herunter – aus Stolz, aus Angst vor dem Verlust der Selbstständigkeit oder um ihre Kinder nicht zu belasten. Achten Sie bei Ihrem nächsten Besuch deshalb bewusst auf diese Warnsignale:

In der Wohnung

  • Verdorbene Lebensmittel im Kühlschrank
  • Ungeöffnete Post, unbezahlte Rechnungen
  • Ungewohnte Unordnung oder Schmutz
  • Angebrannte Töpfe, vergessener Herd

Am Menschen selbst

  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Fleckige oder tagelang getragene Kleidung
  • Blaue Flecken – Hinweis auf Stürze
  • Unsicherheit beim Gehen und Aufstehen

Im Verhalten

  • Rückzug von Freunden und Hobbys
  • Vergesslichkeit, wiederholte Fragen
  • Verwirrtheit über Tageszeit oder Termine
  • Gereiztheit oder Antriebslosigkeit

Bei der Gesundheit

  • Medikamente werden vergessen oder doppelt genommen
  • Arzttermine werden nicht wahrgenommen
  • Wunden heilen schlecht
  • Trinken wird vergessen

Ein einzelnes Anzeichen ist noch kein Grund zur Sorge – jeder vergisst mal etwas. Häufen sich die Signale jedoch oder kommt ein Sturz hinzu, sollten Sie handeln. Je früher Unterstützung beginnt, desto länger bleibt die Selbstständigkeit erhalten.

Wie spreche ich das Thema an?

Das Gespräch über Pflege ist für viele Familien das Schwerste. Kein Wunder: Es berührt Stolz, Selbstbild und die Angst, zur Last zu fallen. Diese Punkte helfen erfahrungsgemäß:

  • Den richtigen Moment wählen: Nicht zwischen Tür und Angel, nicht bei Familienfeiern. Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe.
  • Aus Ihrer Sicht sprechen: „Ich mache mir Sorgen, wenn ich weit weg bin" wirkt völlig anders als „Du schaffst das nicht mehr".
  • Zuhören statt überzeugen: Fragen Sie, was Ihren Eltern schwerfällt – oft kommen die Themen von selbst.
  • Klein anfangen: Eine Haushaltshilfe oder ein Hausnotruf ist leichter anzunehmen als „ein Pflegedienst".
  • Die Entscheidung lassen: Ihre Eltern bleiben die Erwachsenen. Wer selbst entscheidet, macht eher mit.
  • Einen Probelauf vorschlagen: „Lass es uns vier Wochen testen" nimmt jedem Vorschlag die Endgültigkeit.

Tipp aus der Praxis: Manchmal hilft eine neutrale Person von außen. Bei einem unverbindlichen Beratungsbesuch erklären wir Ihren Eltern in Ruhe, was möglich ist – oft nehmen sie den Rat von Fachleuten leichter an als von den eigenen Kindern.

Welche Hilfen gibt es – und was bringt was?

Zwischen „alles allein schaffen" und „ins Heim ziehen" liegen viele Möglichkeiten. Meist reicht schon eine Kombination aus wenigen Bausteinen, damit ein Leben zu Hause sicher weitergeht.

1. Hausnotruf – Sicherheit auf Knopfdruck

Für allein lebende Menschen ist der Hausnotruf oft die wirksamste einzelne Maßnahme. Ein kleiner Sender – zum Beispiel das diskrete vitakt Hausnotruf-Armband – wird rund um die Uhr am Handgelenk getragen. Ein Knopfdruck genügt, und die Notrufzentrale meldet sich. Das hilft besonders nach einem Sturz, wenn das Telefon unerreichbar ist. Viele Angehörige berichten, dass allein das Wissen darum die tägliche Sorge deutlich verringert. Mehr zum Hausnotruf

2. Haushaltshilfe – Entlastung im Alltag

Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäsche sind oft das Erste, was zu viel wird. Eine Haushaltshilfe ist unverfänglich, wird leicht angenommen – und bringt nebenbei einen wichtigen Effekt: Es schaut regelmäßig jemand nach dem Rechten. Mehr zur Haushaltshilfe

3. Essen auf Rädern – warme Mahlzeit und täglicher Kontakt

Mangelernährung ist bei allein lebenden älteren Menschen ein unterschätztes Risiko. Eine warme Mahlzeit am Tag sichert die Versorgung – und der tägliche Besuch ist zugleich ein verlässlicher Kontaktpunkt. Mehr zu Essen auf Rädern

4. Ambulante Pflege – wenn Körperpflege schwerfällt

Wenn Waschen, Duschen oder Ankleiden nicht mehr allein gelingen, übernimmt die Grundpflege genau diese Aufgaben. Medizinische Aufgaben wie Medikamentengabe oder Verbandswechsel gehören zur Behandlungspflege – beides bekommen Sie bei uns aus einer Hand.

5. Betreuung bei Vergesslichkeit und Demenz

Beginnende Vergesslichkeit macht das Alleinleben riskant – vergessene Herdplatten oder Medikamente sind typische Gefahren. Unsere Demenzbetreuung gibt Struktur und Sicherheit im Tagesablauf.

Wann ist ein Hausnotruf sinnvoll?

Diese Frage stellen uns Angehörige besonders oft. Unsere Erfahrung: Ein Hausnotruf lohnt sich, sobald einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Person lebt allein – zumindest zeitweise, etwa nachts
  • Es gab bereits einen Sturz oder Beinahe-Sturz
  • Unsicherheit beim Gehen, Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Epilepsie
  • Beginnende Vergesslichkeit
  • Angehörige wohnen weiter entfernt und sorgen sich

Wichtig zu wissen: Liegt ein Pflegegrad vor, beteiligt sich die Pflegekasse in der Regel mit einem monatlichen Zuschuss an den Kosten, da der Hausnotruf als Pflegehilfsmittel anerkannt ist. Den Antrag übernehmen wir gern für Sie. Auch ohne Pflegegrad ist ein Hausnotruf privat möglich.

Was ist der erste Schritt?

  1. Situation schildern: Rufen Sie uns an. Wir hören zu und ordnen ein, was sinnvoll ist – kostenlos und unverbindlich.
  2. Hausbesuch vereinbaren: Auf Wunsch kommen wir vorbei und schauen uns die Situation gemeinsam mit Ihren Eltern an.
  3. Pflegegrad klären: Falls noch keiner vorliegt, unterstützen wir beim Antrag und bereiten Sie auf die Begutachtung vor.
  4. Klein starten: Wir beginnen mit dem, was am dringendsten entlastet – und bauen aus, wenn der Bedarf wächst.

Sie machen sich Sorgen um jemanden?

Sprechen Sie mit uns – ohne Verpflichtung. Wir sind seit 1991 in Weyhe, Syke und Stuhr für Familien in genau dieser Situation da und sagen Ihnen ehrlich, was hilft.

Häufige Fragen von Angehörigen

Woran erkenne ich, dass meine Eltern Hilfe brauchen?

Typische Warnsignale sind verdorbene Lebensmittel, ungeöffnete Post, ungewollter Gewichtsverlust, getragene Kleidung, blaue Flecken durch Stürze, vergessene Medikamente, Rückzug von Hobbys und Unsicherheit beim Gehen. Einzelne Anzeichen sind normal – häufen sie sich, sollten Sie das Gespräch suchen.

Wie spreche ich mit meinen Eltern über Pflege, ohne sie zu verletzen?

Wählen Sie einen ruhigen Moment und sprechen Sie aus Ihrer Perspektive: „Ich mache mir Sorgen" statt „Du schaffst das nicht mehr". Bieten Sie konkrete, kleine Hilfen an und lassen Sie Ihren Eltern die Entscheidung. Oft hilft ein Einstieg über Haushaltshilfe oder Hausnotruf.

Ab wann ist ein Hausnotruf sinnvoll?

Sobald jemand allein lebt und ein erhöhtes Sturzrisiko besteht, bereits gestürzt ist, unsicher beim Gehen ist oder an Schwindel, Herz-Kreislauf-Problemen oder beginnender Vergesslichkeit leidet. Auch als reine Vorsorge gibt ein Hausnotruf vielen Angehörigen Sicherheit.

Wer zahlt den Hausnotruf?

Liegt ein Pflegegrad vor, beteiligt sich die Pflegekasse in der Regel mit einem monatlichen Zuschuss, da der Hausnotruf als Pflegehilfsmittel anerkannt ist. Dafür ist ein Antrag nötig – wir unterstützen Sie dabei. Ohne Pflegegrad ist ein Hausnotruf auch privat möglich.

Was tun, wenn meine Eltern keine Hilfe annehmen wollen?

Das ist häufig und meist keine Sturheit, sondern Angst vor Selbstständigkeitsverlust. Setzen Sie nicht unter Druck, sondern schlagen Sie einen Probelauf vor: „Lass es uns vier Wochen testen." Beginnen Sie mit etwas Unverfänglichem wie Haushaltshilfe oder Essen auf Rädern.

Muss ein Pflegegrad vorliegen, damit ein Pflegedienst kommt?

Nein. Sie können Leistungen auch ohne Pflegegrad privat in Anspruch nehmen. Wenn ein Pflegegrad sinnvoll erscheint, unterstützen wir Sie beim Antrag und bereiten Sie auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vor.

Was ist der erste Schritt, wenn ich mir Sorgen mache?

Rufen Sie uns einfach an. In einem kostenlosen, unverbindlichen Gespräch schildern Sie die Situation, und wir sagen Ihnen ehrlich, welche Unterstützung sinnvoll wäre und was die Pflegekasse übernimmt. Auf Wunsch kommen wir zu einem Hausbesuch.

Für Familien in Weyhe, Syke und Stuhr

Als ambulanter Pflegedienst und Sozialstation begleiten wir seit 1991 Familien in Weyhe, Leeste, Kirchweyhe, Syke und Stuhr. Weitere Antworten finden Sie in unseren häufigen Fragen.

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